Bahnwärter Honerkamp CJD

Der Bahnübergang ist heute nicht mehr vorhanden, auf der Aufnahme ist keiner mehr zu sehen. Der Bahnübergang mit Bahnwärterhaus steht im Zusammenhang mit den Steinbrüchen, in die das CLD hineingebauten worden sind. Die Steinbrüche, in denen das CJD gebaut ist, sind schon sehr alt. Ende des 19 Jh betrieb August Alves den Steinbruch. Der Kalk wurde nicht über die B1 abtransportiert, sondern über einen Feldweg. Dieser ist heute noch vorhanden und führt von der Eisenbahnbrücke am Bahnhof parallel zu den Gleisen zur Betonspundwand unterhalb des Hauses Dr. Freytag Straße 1. Nach der Betonspundwand hat sich nach ca 100 Metern ein Bahnübergang befunden. Dort stand ein Bahnwärterhaus, es wurde bis zum zweiten Weltkrieg vom Streckenläufer Honerkamp bewohnt. Johann Honerkamp war mit seiner Frau Lina verheiratet. Das Foto oben zeigt den Heuhucken, rechts daneben den Schuppen, in dem eine Kuh und ein Esel standen.Die Betonspundwand lenkt die Leine vom Bahndamm ab. Der Weg zum Bahnhof Elze bzw. umgekehrt zum Bahnwärterhaus führt am Bahngleis entlang, man sieht eine ebene Wiese. Die Landschaft macht einen kultivierten Eindruck zwischen den Gleisen und der Riehe/Saale. Und tatsächlich war diese Wiese bis zum zweiten Weltkrieg Ackerland der Eisenbahner. Johann Honerkamp, Reichsbahnarbeiter, war ein Streckenläufer, zuständig für die Strecke von Elze nach Hameln. Gemeinsam mit dem Eisenbahn Rottenführer Konrad Köhler, der am Lindenweg 1 in Elze wohnte, bewirtschaftete er dieses Ackerland. Hinweis: Die Eisenbahn Landwirte gibt es heute noch, siehe Hauptverband der Bahn-Landwirtschaft e.V.
Frau Honerkamp hat auch in der Privatschule Gildemeister gekocht.
Wann das Haus abgerissen worden ist, ist unbekannt - vermutlich nach dem 1945.
Das Haus wird mit der Hausnummer Burgstemmen Nr. 91 geführt, gehörte somit wohl nicht zu Elze. Die Häuser sind bis ca 1908 durchnummeriert worden. Die Listung erfolgte also ohne die heute übliche Bezeichnung mit Straßennamen und Nummer.
Näher an der heutigen Spundwand, also Richtung Elze, ist in der Karte der Preußischen Landaufnahme von 1902 PL 2089/3824,eine Ziegelei eingezeichnet. Das ergibt Sinn, der Kalk ist dort verarbeitet worden.

Zu klären ist nun aber: Warum hat der Alves seinen Kalk nicht über die B1 durch die Stadt zum Bahnhof gebracht. Hierzu findet Herr Blinne im Stadtarchiv Elze folgenden Hinweis: (152 SAE VI 172):
Alves widersprach zum Beispiel 1873 und 1874 seiner Verlagung zur STraßenbeanspruchungsabgabe. Er argumentiert, dass er nicht durch die Stadt fährt, sondern neben den Gleisen zum Bahnhof.

Hinweise zur Karte:
Die Preussische Landesaufnahme von 1896 zeigt in der Karte Nr. 3824 den Teufelsberg. Die Saale fließt vom unteren Kartenrand kommend in die Leine, die vor dem Teufelsberg einen scharfen Knick macht. Gut zu sehen sind die beiden Steinbrüche. Die beiden Häuser am Teufelsberg sind heute noch vorhanden.
Hinweis zum Foto der Eisenbahnstrecke.
Fotografiert von der Burgstemmen Seite, links sind die Pflanzen zu sehen, die auf einem sehr ebenen Absatz stehen. Der Absatz ragt in die große Weide mit einer Abmessung von ca 12 Meter Tiefe und einer Länge von 30 Metern rein.

Standort

Deutschland
52° 8' 7.386" N, 9° 45' 24.8004" E
Ansichtskarte: 
Bahnübergang unterhalb CJD Teufelsberg Altenbekener Eisenbahn
Moderne Ansicht: 
Honerkamp Elze
Preussische Landesaufnahme Karte 3824 von 1896 Teufelsberg Elze
Eisenbahnstrecke bei Elze Höhe Teufelsberg STein Nr 30 9